| Stadtentwicklung
in Ostdeutschland als Beispiel für eine von wirtschaftlichen Interessen
dominierte Planung - Fazit der Teilnehmer des Workshops
Der planerische Umgang
mit schrumpfenden Städten wird eine Aufgabe für die Zukunft sein.
Für die auf dem studentischen PlanerInnentreffen der deutschsprachigen
Planungsstudiengänge versammelte zukünftige Generation von PlanerInnen
wird es spannend sein, diese Prozesse und die erforderlichen Veränderungen
in der Stadtstruktur zu begleiten. Die jungen Planerinnen und Planer
blicken einerseits auf eine ungewisse Zukunft, andererseits werden
sich aber neue spannende Aufgabenfelder ergeben, verbunden mit großen
Herausforderungen an die Ausbildung und das persönliche Engagement
jedes einzelnen. Es scheint sich um eine neue Entwicklungslinie der
Stadtplanung zu handeln, die unter erschwerten Voraussetzungen zunehmend
an Bedeutung gewinnen wird. Es zeichnet sich durch die demographische Entwicklung
ab, dass Stadtschrumpfung kein reines Ostphänomen ist. Die meisten
Städte im Westen werden in Zukunft wohl ähnliche Probleme haben, vielleicht
sogar in ganz Europa. Da sich die Probleme in Ostdeutschland eigentlich
schon seit Jahren abzeichnen, stellt sich die Frage, warum man sie
erst 10 Jahre nach der Wende erkannt hat und begonnen hat, darauf
zu reagieren. Fraglich ist jedoch der Einfluss der Planung im gesamten
Prozess, nachdem die Probleme deutlich breiter angelegt sind als nur
im städtebaulichen Bereich. Dabei seien Planer eigentlich prädestiniert,
die Entwicklung als neutrale Manager zu lenken. Es wird ein neues
übergreifendes Planungsverständnis erforderlich sein, diese Probleme
zu lösen. Viele Fragen sind noch offen und es wird schwer sein, mit
auftretenden unbedachten Phänomenen umzugehen und Überraschungen möglichst
zu vermeiden. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops
wurden erstmals ausführlich mit den Problemlagen schrumpfender Städte
und insbesondere der Stadtentwicklung in Ostdeutschland konfrontiert.
Konkrete Ergebnisse bzw. direkte Lösungsansätze konnten daher nicht
erwartet werden, statt dessen aber vertiefte Diskussionen und Einblicke
in die Gesamtproblematik. Für viele wurde deutlich, dass auch persönliche
Hintergründe und Erfahrungen ausschlaggebend in der Diskussion über
schrumpfende Städte sind. Je mehr sich die Gruppe mit den durch Schrumpfung
verursachten Problemen und deren Hintergründen beschäftigte, desto
krasser wurde das Problem eingeschätzt. Ostdeutschland könne als Beispiel
dafür angesehen werden, was passiert, wenn die Planung von wirtschaftlichen
Interessen und Fragestellungen dominiert wird. Ansätze wurden deutlich, wie man mit dem Phänomen
der Schrumpfung besser umgehen kann. Auch wenn noch tiefere Erkenntnisse
erforderlich sind und viele Fragen unbeantwortet bleiben mussten,
wurde deutlich, dass es nichts bringt, sich gegen Schrumpfung zu wehren.
Planen und Bauen muss flexibler werden. Stadtentwicklung wird zunehmend
von dieser Polarisierung zwischen wachsenden und schrumpfenden Städten
und Regionen bestimmt werden. Stadtschrumpfung stellt ein ganzheitlich
zu behandelndes gesellschaftliches Problem dar, dass nicht einseitig
gelöst werden kann. Der Workshop hat dazu beigetragen, auf dieses
Phänomen aufmerksam zu machen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zu motivieren, am Thema dran zu bleiben. In drei Arbeitsgruppen haben die Studierenden drei
Tage lang mit folgenden Fragestellungen diskutiert: AG 1: Neue Leitbilder und die
Rolle des Planers AG 2: Wohnen in der Stadt AG 3: Kommunikation, Kooperation und Instrumente |
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| Dies ist
ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de Erstelldatum: 08.12.2001 Autor: Thilo Lang |