| Städte
im Umbruch 4_2007
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, nun liegt die vierte Ausgabe von „Städte im Umbruch
– Das Online-Magazin für Stadtentwicklung, Stadtschrumpfung, Stadtumbau
und Regenerierung“ vor. Die Beiträge dieser Ausgabe setzen sich mit
dem Themenschwerpunkt „Urban Governance und Steuerungsprozesse (in)
der Stadtentwicklung“ auseinander. Eine kurze Übersicht finden
Sie weiter unten. Neben dem Schwerpunktthema finden Sie im Forumteil
wie immer Artikel, die sich mit aktuellen Fragen der Stadtentwicklung
beschäftigen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen
uns auf Ihre Anregungen. Ihre Redaktion Download
der gesamten Ausgabe als pdf Inhalt In ihrer Einleitung zu dieser Ausgabe stellen sich
Lang und Tenz die Frage, ob Governance tatsächlich demokratisch
legitimierte Institutionensysteme hervorbringt und damit "besser" als
repräsentative demokratische Entscheidungsprozesse sein kann. Fürst leitet diese Ausgabe mit einem Artikel
ein, der auf die "Kurzdarstellung des Wesens von Urban Governance" abzielt.
Er stellt den Begriff "Urban Governance" in den Kontext der veränderten
Steuerungsanforderungen städtischer Gesellschaften, skizziert die wichtigsten
Merkmale und die Wirkungsweise von Urban Governance. Abschließend ordnet
er das Konzept in die Forschungslandschaft ein und beschäftigt sich
mit der Frage nach dem Nutzen, den die Stadtentwicklungsplanung aus
der Diskussion ziehen kann. Hutter nimmt in seinem Beitrag eine planungstheoretische
Perspektive ein und fragt, wie Urban und Governance und strategische
Planung aufeinander bezogen werden können. Für strategische Planung
arbeitet er die Betonung von Spielräumen der Wahrnehmung, Interpretation
und Handlung heraus, die durch intentional gestaltete Planungsprozesse
genutzt werden können. Strategische Planung steht damit in einem Spannungsverhältnis
zu stärker an Regeln / Institutionen und Akteurskonstellationen orientiertem
Urban Governance. Der Hauptteil des Beitrags enthält eine Typologie
von Planungsansätzen, mit denen dieses Spannungsverhältnis für empirische
Arbeiten nutzbar gemacht werden kann. Empirisch stehen dabei Fragen
des Stadtumbaus im Vordergrund. Jakubowski stellt in seinem Beitrag die Frage
nach der Balance zwischen Legitimation und Effizienz von Urban Governance
und erinnert daran, dass Allgemeinwohl orientierte Entscheidungen das
Ergebnis von Governancearrangements sein sollten. Er stellt jedoch fest,
dass aufgrund der langen Erfahrung des Systems der räumlichen Planung
mit kooperativen Elementen keine Gefahr besteht, "die Balance zwischen
Legitimation und Effizienz zu verlieren". Stock-Gissendanner und Sack nehmen in ihrem
Beitrag neue Tendenzen der Kommunalentwicklung in den Blick. Neben bekannten
Trends wie der kommunalen Finanzknappheit nehmen sie lokale Akteure
in den Blick: zehn bis fünfzehn Jahre nach den Kommunalreformen steht
vor allem die geänderte Rolle der (Ober-)Bürgermeister für stadtentwicklungspolitischen
Entscheidungen sowie die Bedeutung von Netzwerken im Zentrum des Artikels.
Franz fragt in seinem Beitrag, inwieweit sich
die Ansätze der vor allem in der angelsächsischen Debatte weit verbreitete
Regime-Theorie auf die entstehenden Muster politischer Entscheidungsfindung
in ostdeutschen Städten übertragen lassen. Am Beispiel des Programms
Stadtumbau Ost stellt er dar, dass solche Regime entstanden bzw. im
Entstehen sind, da bestimmte "Rahmenbedingungen der Implementierung
eines von übergeordneter politischer Ebene initiierten Programms die
Voraussetzungen für die Herausbildung urbaner Regime in ostdeutschen
Städten geschaffen haben". Kuder fächert in seinem Beitrag die große Spannbreite
und Vielfalt von unterschiedlich strukturierten Governance-Prozessen
auf. Mit Hilfe des analytischen Modells der "Drei Welten der politischen
Planung" nach Heinelt belegt er am Beispiel des Programms Städtebaulicher
Denkmalschutz die besondere politische Bedeutung des Meta Order Governing,
also der übergeordneten Wertvorstellungen und normativen Orientierungen
in der Planung. Das Forum dieser Ausgabe leitet Sturm mit ihrem
Beitrag zur Rolle von Leitbildern für den Umgang mit zunehmender Leere
am Beispiel von drei brandenburgischen Städten ein. Dascher wirbt
in seinem Aufsatz für die Ansicht, dass der Abriss der Wohnungen "weniger
eine Lösung denn ein Teil der Misere auf ostdeutschen Wohnungsmärkten
ist und bietet ein volkswirtschaftliches Konzept an, das fallende Mieten
als adäquat und den Wohnungserhalt daher als sinnvolle Entwicklungsstrategie
für ostdeutsche Städte ansieht. Heck stellt anschließend das
Konzept der Wächterhäuser in Leipzig vor, das sich den Erhalt (und die
mittel- bis langfristige Nutzung) derzeit ungenutzter und nicht nachgefragter
innerstädtischer Gebäude zum Ziel gesetzt hat. Das Forum schließt ab
mit einer Rezension und einem Leserbrief. Download der gesamten
Ausgabe als pdf Eingesandte Manuskripte und Anregungen zu den Themen
Stadtentwicklung, Stadtschrumpfung, Stadtumbau und Regenerierung sind
uns jederzeit willkommen und ausdrücklich erwünscht! Bitte beachten
Sie unsere Layouthinweise. Gefällt Ihnen
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ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de Erstelldatum: 25. Februar 2007 Autor: Redaktion |