| Zukunftssicherung:
Von der schrumpfenden Stadt zur Bio-Solar-City. Eine Chance.
Die vor allem in den vergangenen Jahren mit zunehmendem Engagement
geführten Debatten um Schrumpfungstendenzen in (ost-)deutschen Städten
und Stadtregionen lassen in wachsendem Maße deutlich werden, dass
es sich bei dem offensichtlich unumgänglichen Stadtumbau keineswegs
nur um eine quantitative Fragestellung und schon gar nicht nur um
die Problematik der zu bewältigenden Größenordnung des Abrisses von
Wohn- und Infrastrukturgebäuden handelt (Rietdorf, Liebmann u.a. 2001).
Der Stadtumbau-Ost kann nur dann sozial verträglich und vorteilhaft
für die Entwicklung der Städte werden, wenn es gelingt, aus der inzwischen
offensichtlichen Abrissfalle heraus in Richtung neuer, zukunftsfähiger
Stadtmodelle und -visionen zu finden (Kil 2004). Und dabei müssen
Stadt und städtisches Leben sowohl global als auch regional in umfassenderem
Kontext gesehen werden, als dies derzeit zumeist der Fall ist. Dem
ökonomisch-ökologischen Umgang des Menschen mit der Energieerzeugung
und -verwendung sowie der Nutzung und Erneuerung natürlicher Ressourcen
als Jahrhundertherausforderung (Internationales Parlamentarier-Forum
über Erneuerbare Energien 2004) wird dabei eine vorrangige Bedeutung
zukommen können und müssen. Der Vorsitzende des Weltrates für Erneuerbare Energien
und Präsident von EUROSOLAR, Hermann Scheer, stellt in diesem Zusammenhang
allerdings kritisch fest: In nahezu allen Erörterungen über
die künftigen Lebenschancen in den unterschiedlichsten Siedlungsräumen
wird der Zusammenhang mit der Energiefrage vernachlässigt ....
Die Entwicklung der Städte, in der sich die fossile Abhängigkeit
nur weiter verstetigt, lässt bei kaum einem Akteur ein Bewusstsein
davon erkennen, dass dieses Energiesystem ein Intermezzo der Geschichte
ist. Daher wurden und werden die Lebensweisen in den Städten durch
das zentralisierte Energieversorgungssystem uniformiert, monotonisiert
und die Städte verarmen und verwahrlosen unaufhaltsam ökonomisch und
kulturell (Scheer 1999). Ernsthafte Aussichten auf ein menschenwürdiges Fortbestehen
der Stadt als soziale Errungenschaft und kulturelles Phänomen eröffnen
sich nur durch eine radikale Umkehr im gesellschaftlichen Ressourcenverständnis:
Nicht der kurzatmige (globale) Verschleiß absehbar zur Neige gehender
Energiequellen, sondern lediglich eine systemische (ausschließlich
regional darstellbare) Bewirtschaftung erneuerbarer Ressourcen auf
Basis der Sonne (die einzig nahezu unendlich verfügbaren Energiequelle)
lässt eine vorstellbare Zukunft erwarten, deren Werden auch den Menschen
maßgebend verändern wird (und manchen bereits hat). Die Anfang Juni 2004 in Bonn durchgeführte Weltkonferenz
zum Ausbau Erneuerbarer Energien hat nicht nur in Deutschland
oder in Europa, sondern auch in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern,
besonders bemerkenswert in China, die Hoffnung gestärkt, bis zum Jahr
2020 den Anteil regenerativer Energien weltweit auf 20 Prozent (bis
2050 auf 60 %) steigern zu können. Heute sind es bei stark ansteigendem
Gesamtenergiebedarf rund 14 Prozent (Weltagenda für Erneuerbare Energien,
2004). Nimmt man die Palette der Erneuerbaren Energien als
Ganzes, so sind für die Stadtentwicklung unter Abzug der Großanlagen
für Wasser- und Windkraft, deren Einsatzgebiet primär die freie Landschaft
bzw. die Meeresoberfläche ist, vor allem die gebäudegestützte Solarenergienutzung
(thermisch, fotovoltaisch) und die energetische Biomasseverwertung
verfügbar, letztere vor allem in Stadtrandlagen sowie in kleineren
und mittleren Städten. Außerdem wird je nach Standortgegebenheiten
die Nutzung der Erdwärme (oberflächennahe Solarenergie, Geothermie),
der Wasserkraft in kleineren Anlagen und absehbar auch der Windkraft
auf höheren Gebäuden zunehmend sinnvoll. Ein einsetzender Wandel ist im Osten Deutschlands
bereits deutlich spürbar: der weitgehenden Deindustriealisierung folgte
ein akuter Bevölkerungsverlust, noch kürzlich gepriesenes Wachstum
kehrte sich in nicht länger übersehbare Strukturschwäche, die Bewirtschaftung
des Landes und die Ökonomie der Städte kollabieren zusehends - aufrecht
erhalten nur über ständige Finanztransfers (dies noch) vermögender
Nachbarn. SCHRUMPFUNG ALS CHANCE? Unter einer Bedingung ja:
Die Erkenntnis, dass trotz aller damit verbundenen Unwägbarkeiten
zu einer solar basierten, ständig erneuerungsfähigen Ressourcenwirtschaft
keine lebenswerte Alternative besteht, muss - Strafe unseres kulturellen
Untergangs - schnellstens in eine konkrete gesamt-gesellschaftliche
Verantwortung führen. Die rasante, zunehmend auch wirtschaftlich erfolgreich
werdende, Entwicklung regenerativer Energietechnologien mag für die
Machbarkeit eines derartigen Ansatzes stehen, reicht aber bei weitem
nicht aus. Der Bedarf an z.B. energetisch nutzbarer Biomasse (gespeicherte
Solarenergie) gerät in einer integrierten Ressourcenwirtschaft zwangsläufig
in Konkurrenz zu der mindestens ebenso unverzichtbaren Nahrungsgüterproduktion
und der Anbauerfordernis für biogene Produktionsrohstoffe die
chemische Industrie z.B. prognostiziert bereits für das Jahr 2050
eine nahezu 100 %-ige Abhängigkeit von nachwachsenden Ausgangsmaterialien.
Die Sicherung dieser drei elementaren Wirtschaftsgüter
stößt allerdings vielerorts auf: Zu begegnen ist dem nur durch den zielgerichteten
Übergang in eine regional-stoffliche Kreislaufwirtschaft, die z.B.
urbane Konsumtionsrückstände wie das Abwasser nicht
als letztlich in Flüsse und Meere zu entsorgenden Abfall, sondern
als in die Kulturlandschaft und zu deren Regeneration zurückzuführende
Produktionsgrundlagen begreift und aufarbeitet. Erst nachhaltig stabile
Flächenfunktionen erlauben eine zukunftsfähige Ressourceninanspruchnahme
und dies (transportaufwendungsbedingt) bereits möglichst dicht am
größten aller Ressourcenkonsumenten, also der Stadt selbst. Vor diesem Hintergrund und für vergleichbare Zeiträume
datieren ernstzunehmende Demographen für Ostdeutschland die Halbierung
der DDR-Bevölkerungszahl von 1980. Unter anderem aus diesem Grund
verursachen schon heute ganze städtische Areale nur noch Bewirtschaftungskosten:
Gesellschaftliche Praxis ohne praktisch hilfreiche
Theorie ein Zustand, der bereits seit längerem nicht nur stadtökonomisch
untragbar ist und doch gleichzeitig zur Lösung eines noch viel größeren
Problems beitragen könnte. Zum Anbau nachwachsender Rohstoffe als Wirtschaftsfaktor
sowohl innerhalb wie außerhalb der Städte und Siedlungen
dürften geeignete Flächen in naher Zukunft zunehmend und ganz entschieden
nachgefragt werden. Relevant wird weiterhin sein, inwiefern eine schrittweise
Umstellung von der auf fossilen Rohstoffen basierenden Produktion
von Gütern und Dienstleistungen zu einer auf nachwachsenden, also
biologischen, Rohstoffen aufbauenden Produktion gelingt. Die Entwicklung
von stoffwandelnden Grund- und Mehrproduktionssystemen wird der Schlüssel
für den Zugang zu einer integrierten Produktion von Nahrungsmitteln,
Futtermitteln, Chemikalien, Wertstoffen, Gebrauchsgütern und Brennstoffen
auf Basis biologischer Rohstoffe sein. Der Begriff Wirtschaftlichkeit
ist dabei, auch im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens, neu zu definieren
- Luft, Wasser und Boden werden immer weniger als kostenlose und wertentkoppelte
Rohstoffe zu betrachten sein. Eine zivilisierte Gesellschaft entwickelt sich
nur dann, wenn die Mehrzahl der Mitglieder an der Wertschöpfung teilhaben
kann. Kaum ein gesamtgesellschaftliches Projekt ist besser geeignet,
den Wohlstand zu mehren, als ein Wechsel der Rohstoffbasis und die
damit veränderte Produktion materieller Güter. Nicht nur traditionelle
Industriezweige wie Grundstoff- und Produktionsgüterindustrien werden
davon profitieren, sondern auch neue Bereiche wie die Biotechnologie
und die Informations- und Kommunikationstechnologie. Gerade die Produktion
materieller Güter schafft nicht nur eine hohe Wertschöpfung, sondern
bringt auch direkt oder indirekt große Teile der Bevölkerung in Lohn-
und Brot. Nicht zuletzt ist die Produktion materieller Güter die Domäne
des deutschen und europäischen Mittelstandes, des kleinen und mittelständischen
Unternehmertums. (Dow Deutschland u.a. in BioVision 2030) Bild 1: Das auf der Basis
der Plattenbauserie WBS 70-ratio ab Mitte der 80er Jahre als Wohnsiedlung
für das begonnene Kernkraftwerk Altmark errichtete Stendal-Süd
weist derzeit einen Leerstand von etwa 75% auf. Staatlich finanzierter,
im Grunde jedoch wertvernichtender Abriss mit Millionen Aufwand oder
Chance für eine volkswirtschaftlich zukunftsfähige Nachnutzung? Vielleicht
sogar der gesuchte Standort für eine Internationale Solar -und Ressourcenuniversität?
(Luftbild: NaturhausArchitekten Berlin) Am Beispiel des Plattenbaugebietes Stendal-Süd (2.800
Wohnungen) konnte mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
nachgewiesen werden, dass nicht der etwa 20 Millionen Euro Steuergelder
verbrennende Flächenabriss einer zwar überzähligen, infrastrukturell
aber komplett ausgestatteten und noch fast neuwertigen Wohnsiedlung,
sondern deren in sich wirtschaftlich darstellbare Nachnutzung als
Fotovoltaik- und Biomassekraftwerk, urbaner Gartenbau- und Landwirtschaftsbetrieb,
biogen basierte Produktions- und Reproduktionsstätte sowie Arbeits-
und Wohnstandort für die noch etwa 1500 verbliebenen Südstädter sogar
regional wünschenswerte Optionen eröffnet: Die traditionell landwirtschaftlich
geprägte Altmark (als der stark schrumpfenden und ökonomisch schwer
angeschlagenen Stadt zugehöriger Einzugsbereich) könnte sich
wie Phoenix aus der Asche zu einem auf Dauer überlebensfähigen
Produktionsstandort in einer bereits beginnenden Zukunft profilieren.
SCHRUMPFUNG ALS CHANCE! Die nicht mehr genutzten, aber in der Regel standfesten
Gebäudebestände des Industrie-, Wohnungs- und Gesellschaftsbaus aus
der DDR-Zeit können als Tragkonstruktion für die Aufnahme großflächiger
Fotovoltaik-Paneele, aber auch netzfähiger Klein-Windkraftanlagen
noch für viele Jahre Verwendung finden. Wie die DBU-Untersuchungen
zeigen, die gegenwärtig von einer interdisziplinären Projektgruppe
zum Abschluss gebracht werden, bieten sich für ein derartiges Vorhaben
in besonders auffälliger Weise die Plattenbauten aus dem DDR-Wohnungsbauprogramm
an, die von den Wohnungsunternehmen vielerorts in großer Zahl aufgegeben
wurden (Peickert u.a. 2004). Im näheren und weiteren Umfeld der Wohngebäude
etwa auf Freiflächen, Randlagen und benachbarten Äckern, die in ihrer
ursprünglichen Bestimmung ebenfalls nicht mehr genutzt sind
könnte u.a. energetisch verwertbare Biomasse angebaut werden, deren
Substanz über geeignete Technologien (Pyrolyse, Vergärung, klassische
Verbrennung) ebenfalls in Elektroenergie und Prozesswärme umgewandelt
wird. Im Unterschied z.B. zu der tages- und jahreszeitlich bedingt
schwankenden Erzeugung von Elektroenergie auf fotovoltaischem Weg
wäre die Biomasseverstromung zur Grundlastversorgung der Stadt und
ihrer Region stabil und kontinuierlich heranzuziehen. Die Grundlage für die wirtschaftliche Nutzung (fast)
aller Erneuerbarer Energien im Strombereich bildet seit August dieses
Jahres das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien
(EEG 2004). Bild
3: Im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt co-finanzierten
Projektes Von der erodierenden Großsiedlung zur Solaren Gartenstadt
wurde ein Vorschlag zur Umstrukturierung von Stendal-Süd in den Solaren
Energie-, Landwirtschafts- und Produktionskomplex Altmark 1
ausgearbeitet. Dieser Nachnutzungsansatz könnte einen entsprechenden politischen Willen vorausgesetzt technisch und betriebswirtschaftlich
unkompliziert zu einem Leuchtturm für die ökonomisch geschwächte
Region entwickelt werden. (Grafik: NaturhausArchitekten Berlin) Für ein Urban Farming stellen die absehbar
weiter wachsenden Leerstands- und Brachenpotenziale von schrumpfenden
Städten eine vielfältige Basis für die subsistente Nahrungsmittel-
und Biotechnologieproduktion dar, in Stendal-Süd z.B. durch Erzeugung
und Verarbeitung von Ressourcenverschleiß versus Ressourcenökonomie?
Unter welchen? Zu wessen Lasten oder Nutzen? In welchen Zeiträumen
erforderlich und möglich? Dies sind Ansätze und Fragen, die
die Internationale Bauausstellung (IBA) STADTUMBAU 2010 in Sachsen-Anhalt
bewogen hat, Stendal wegen seiner regionalen Funktion als Metropole
der saarlandgroßen Kulturlandschaft Altmark zum Thema Sicherung
der Lebensfähigkeit entleerter Räume modellhaft in ihr mittelfristiges
Entwicklungs- und Umsetzungsprogramm aufzunehmen. In Summe auch Anlass
genug, als (nahezu ideal positionierter und ausgestatteter) Standort
für die (durch die UNESCO, EUROSOLAR, das BMBW, den Forschungsverbund
Sonnenenergie u.a. konzipierte) Internationale Solaruniversität OPURE
(Open University for Renewable Energy EUROSOLAR, Finking 2004)
in Frage zu kommen der Mittelansatz für die nur staatlich zu
finanzierende Liquidierung von StendalSüd würde ersten Schätzungen
zufolge für die Umsetzung eines derart dringlichen und sicher weltweit
anerkannten Projektes in Ost-Deutschland übrigens völlig ausreichen!
Strukturell-logistisch ist Stendals IBA-Partner Gräfenhainichen
Stadt mit Neuer Energie, dem Welt-Zeit-Zeugen FERROPOLIS
und der Dübener Heide als
Verbundregion schon einen Schritt weiter. Konsens von unten herrscht
dort längst, energieautark
2020 lautet das kommunale Ziel (Stadtrat Gräfenhainichen
2004). Die ehemals strukturbestimmenden Braunkohletagebaue sind stillgelegt
und mutieren gerade zu reizvollen Stadtseen, ausgemusterte Energiegiganten
prägen eine weltweit einmalige Event-Arena (Grönemeyer), auf alte
Energie muss und wird neue folgen, auf lokalen Ressourcenverschleiß
integrierte Stoffkreislaufwirtschaft in einer ruderalen Bergbaufolgelandschaft:
Um stabile wirtschaftliche Strukturen, dringend benötigte Arbeitsplätze
und die Genesung der fossil-energetisch ramponierten Umwelt für ihre
Bewohner sichern zu helfen. Das Nachindustrielle Gartenreich will
Einzug in die traditionsreiche Region Wittenberg-Wörlitz halten und
bemüht sich gemeinsam mit der Partnerstadt Stendal und der Altmark
um OPURE mit FERROPOLIS als bereits international vermerktes
(und vermarktbares) postfordistisches Wegzeichen, entstehendes Laboratorium
für nachhaltige Ressourcentechnologien und möglicher
Sitz des World Council for Renewable Energy (WCRE). Schrumpfung
als die Chance! SCHRUMPFUNG ALS DIE CHANCE! Bild
4: Die im Gräfenhainicher Tagebausee Golpa-Nord verbliebene Halbinsel
von FERROPOLIS, der Stadt aus Eisen ist auf dem Weg, sich von einem
technischen Denkmal der Braunkohleförderung in Mitteldeutschland über
eine 25.000 Besucher fassende Event-Arena und als Tourismusmagnet
zu einem Zentrum für Solartechnologie und Integrierte Ressourcenwirtschaft
in den neuen Bundesländern weiter zu entwickeln. (Luftbildquelle:
Stadt Gräfenhainichen) Wie so etwas (zugegebenermaßen Kühnes) schließlich
auch praktisch durchsetzbar sein kann, eine schon fast nicht mehr
existente Wirtschaft wieder anspringt und jeder, der Arbeit will,
auch welche bekommt, wird am Beispiel der erfolgreichen Entwicklungen
in der Oststeiermark nachvollziehbar: Aus Österreichs ehemaligem Armenhaus
ist binnen kaum mehr als 15 Jahren und u.a. auf Basis biogener Rohstoffe
eine prosperierende europäische Region geworden. Allerdings konnte
dabei nur wenig so bleiben, wie es hier und heute noch ist. Soviel
vorab: dergleichen geht nur von unten. Aber damit hat
der Osten (nicht nur in Deutschland) ja Erfahrung er muss sie
nur produktiv nutzen! Auf einem interdisziplinären Symposium, das am 24.
November 2004 an der Technischen Universität Berlin stattfinden wird
und das unter das Thema Schrumpfung als Chance Stadtentwicklung
zwischen globalem Ressourcenverschleiß und regionaler Ressourcenökonomie
gestellt ist, werden Praktiker und Wissenschaftler, Kommunalpolitiker
und Unternehmer, die erfahrenere und die nachwachsende Generation
unter Vorsitz von Hermann Scheer die Perspektiven und Möglichkeiten
des Übergangs zu einer tatsächlich zukunftsfähigen Stadtentwicklung
am Beispiel der neuen Länder öffentlichkeitsorientiert erörtern. Vor euphorischen Einschätzungen der derzeitigen Situation
auf dem Feld Erneuerbarer Energien ist allerdings zu warnen. So antwortete
H. Scheer kürzlich in ARTE-TV auf die Frage Glauben Sie, dass
Europa sich energiepolitisch in dieser Richtung entwickelt? Man hat
den Eindruck, dass eher das Gegenteil der Fall ist.: Im
Moment sind wir in der Phase, wo viel über erneuerbare Energien geredet
wird, es aber ein großes Handlungsdefizit gibt. Und es wird in der
vor uns liegenden Zeit zwingend notwendig, die politischen Institutionen
an ihre Reden zu erinnern und deren Realisierung einzufordern.
(Scheer 2004) Aber zuweilen erweist sich ja gerade die Not des Einen
als die Rettung für den Anderen manchmal sogar in unmittelbar
fruchtbaren Wechselverhältnissen. So gesehen hätten die Entwicklung
nachhaltig erneuerbarer Energie- und Ressourcenstrukturen auf der Fläche
und (quasi-) autarke Ver- und Entsorgungstechnologien für Gebäude, Siedlungen
und Städte regional vernetzt und urban genutzt durchaus
eine realistische Chance. Ulrich Peickert ist seit 1990 freier Architekt,
Stadtplaner, Komunal- und Energieberater bei NaturhausArchitekten Berlin
- Grünheid, Peickert und Partner. Er ist Geschäftsführer von PLAFOND
- Gesellschaft für kostenoptimiertes Bauen sowie bei urban power union,
einem internationalem Netzwerk für ressourcenökonomische Stadt- und
Regionalentwicklung tätig. Weiterhin ist er Mitglied bei EUROSOLAR und
FEE. Prof. Werner Rietdorf war von 1992 bis 2002
Leiter der Forschungsabteilung Siedlungsstrukturelle Entwicklung im
Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner
bei Berlin. BioVision 2030, Strategiepapier: Industrielle
stoffliche Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland;
Dr. Rainer Busch - Dow Deutschland GmbH & Co.OHG, Prof. Dr. Thomas
Hirth Frauenhofer ICT, Dr. Birgit Kamm biopos e.V.,
Michael Kamm biorefinery.de GmbH, Dr. Johan Thoen Dow
Europe GmbH; Kurzfassung 2. Mai 2004 Deutscher Bundestag: Gesetz für den Vorrang
Erneuerbarer Energien (EEG), Berlin 01.08.2004 EUROSOLAR e.V.: Die Initiative für eine Internationale
Universität für Erneuerbare Energien in Solarzeitalter 2/2004
(red.) Finking, Gerhard (Bundesministerium für Bildung und
Wissenschaft): Die Solaruniversität Grundzüge einer Konzeption,
ebenda Internationales Parlamentarier-Forum über Erneuerbare
Energien am 2. Juni 2004 in Bonn: Erneuerbare Energien
die Jahrhundertherausforderung in Solarzeitalter 2/2004 (red.) Kil, Wolfgang : Luxus der Leere. Vom
schwierigen Rückzug aus der Wachstumswelt, Wuppertal 2004 Peickert, Ulrich u.a.: Von der erodierenden
Großsiedlung zur Solaren Gartenstadt Der Reichtum Platte.
Ein Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Manuskript / Veröffentlichung
in Vorbereitung, Mai 2004 Rietdorf, Werner; Liebmann, Heike u.a.: Läuft
die Platte leer?. Möglichkeiten und Grenzen von Strategien zur
Leerstandsbekämpfung in Großsiedlungen, Berlin 2001 Ripl,
Wilhelm u.a.: Water the bloodstream of the biosphere
in Royal Society, London 2003 Scheer, Hermann: Solare Weltwirtschaft,
München 1999 Scheer, Hermann: Interview in einem Report von ARTE-TV
zum Thema Energien der Zukunft, gesendet am 06.Juli 2004
Stadtrat Gräfenhainichen: Stadt mit Neuer Energie
2020, Zwischenbericht zum Stadtumbau, bestätigt am 25. August
2004 |
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| Dies ist
ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de Erstelldatum: 08. November 2004 Autor: Werner Rietdorf, Ulrich Peickert |