"Aktiv Wohnen: Stadtumbau in Dessau"

Dessau wächst. Flächenmäßig. Die Bevölkerungszahl ist jedoch, wie in den meisten ostdeutschen Städten, stark rückläufig. Das Zusammenwirken dieser Entwicklungen könnte zu erschreckenden Szenarien von verwaisten, ereignisarmen, fragmentierten und segregierten Innenstädten führen.

In meiner Diplomarbeit geht es um die Frage, welche positiven Aspekte der Stadtschrumpfungsprozess haben könnte, sowohl in städtebaulich-räumlicher Sicht als auch im Hinblick auf eine erweiterte Teilhabe der Bürger an ihrer Stadt. Aufbauend auf einer Untersuchung der Rahmenbedingungen („Leerstand Ost“, „die schrumpfende Stadt“ und „die Platte“) bin ich dabei auf folgende Aspekte eingegangen:

  • Wie manifestiert sich der Stadtschrumpfungsprozess in Dessau, welche spezifischen Probleme und Potentiale ergeben sich hier, welcher Ort bietet sich für den Stadtumbau an?
  • Wie kann ein Stadtumbauprozess organisiert werden (rechtlich, ökonomisch...) der aktiv von den Bürgern getragen wird, der den Bewohnern konkrete Handlungsoptionen gibt, etwa durch die unbürokratische Vergabe brachliegender Flächen?  („Nicht Partizipation durch Diskutieren, sondern durch Handeln“)
  • Wie können städtebauliche Regeln aussehen, die die Grundstruktur des Umbaus bestimmen, ein räumlich interessantes Ergebnis gewährleisten, aber ein Maximum an Flexibilität ermöglichen?
  • Von besonderem Interesse ist in dieser Hinsicht die Rolle der Plattenbaustruktur. Sie verkörpert eine Ideologie des Geplanten, des Festgelegten, des „Versorgt-Werdens“, der Passivität und der Indifferenz des Individuums. Wie kann sich in diesem Kontext eine erweiterte, aktive Teilhabe der Bürger an ihrer Stadt herausbilden?
  • Den Abschluss der Arbeit bildet ein exemplarischer städtebaulicher Entwurf sowie der Entwurf einiger Haustypologien (Umbau/Rückbau von Plattenbauten sowie zwei Neubautypen).

Ich habe versucht, verschiedene Themenkomplexe in Zusammenhang zu bringen sowie bei der Lösung der drängenden Probleme Schnittstellen zu anderen Disziplinen zu schaffen. Dies scheint mir für die Problematik „Stadtumbau Ost“ besonders geboten, da, wie sich auch bei der Bearbeitung dieses Themas gezeigt hat, die klassischen städtebaulich-räumlichen Mittel für die Schrumpfung einer Stadt nur schwer anwendbar sind.

Kurzzusammenfassung einer Diplomarbeit am Fachbereich Architektur der TU Berlin von Moritz Löer im Februar 2003, Download der Arbeit im Forum von urban-project als PDF.

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Dies ist ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de
Erstelldatum: 19. Mai 2003
Autor: Moritz Löer